Winterzeit ist Trainingszeit

Es ist Winter und (vom Skifahren abgesehen) die Zeit im Jahr, um die Grundlage für die anstehenden Herausforderungen der kommenden Radsaison zu legen. Um mit prallem Terminkalender aus Familie, Job und Hobbies das maximale aus der limitierten Trainingszeit herauszuholen, versuche ich mein Training möglichst effizient zu gestalten. Und da kommt Thorsten Witt von www.witt-training.de ins Spiel. Bei ihm war ich letzte Woche wieder einmal zur Leistungsdiagnostik. Wie immer war die Betreuung top. Thorsten hat sich viel Zeit genommen. So wurden bei der spiroergometrischen Leistungsdiagnostik wieder die idealen Trainingsbereiche bestimmt. Dabei werden Atemgase und Laktatwerte aus dem Blut am Ohrläppchen während der Belastung ausgewertet, um genau zu ermitteln in welchen Leistungsbereichen im Training z.B. Intervalle oder Grundlageneinheiten idealerweise absolviert werden sollen.

Der Test geht bis zur Ausbelastung, wobei die Intensität immer weiter zunimmt. So dass das ganze ziemlich vorhersehbar völlig außer Atem und mit signifikanter Schweißentwicklung endet 😉 In meinem Fall bei über 17mmol/l Laktat. Vielleicht sollte ich mich statt auf die Langstrecken doch eher auf die kurzen Disziplinen konzentrieren…

Im Anschluss habe ich gleich noch mein neues #centurion Race Hardtail beim Bikefitting von ihm anpassen lassen. Konkret wurden der Vorbau getauscht und die Sattelposition und Position des Fußes auf den Pedalen optimiert. Das Material und dessen Einstellung taugen somit schon mal nicht als Ausrede – jetzt muss nur noch der innere Schweinhund beim Training im Winter überwunden werden und die Saison kann kommen 🙂

Advertisements

Trek zum heiligen Lake Brighu (4.270hm)

In den letzten drei Tagen haben mein Vater und ich noch ein besonderes Highlight unserer Indienreise erlebt. Organisiert und begleitet von Sarah Appelt von www.chalo-reisen.de haben wir den Aufstieg von Manali zum heiligen Lake Brighu auf 4270 Metern Höhe in Angriff genommen. Es geschafft zu haben und dieses besondere Erlebnis auch noch mit meinem siebzig jährigen Vater teilen zu können hat mich stolz und glücklich gemacht.

Die Route

Am ersten Tag sind wir die ersten Kilo- und Höhenmeter aus Manali heraus mit dem Geländewagen chauffiert worden.

img_3867

Von dort sind wir am ersten Tag auf ca. 3.500 Höhenmeter aufgestiegen und haben die erste Nacht verbracht. Unser einheimischer Bergführer hat ein gemächliches Tempo vorgegeben, so dass alle aus der Gruppe gut mitgekommen sind. Trotzdem ein komisches Gefühl relativ langsam zu gehen und trotzdem aufgrund der Höhe schon außer Atem zu sein. Am zweiten Tag ging es dann in der ersten Tageshälfte weiter bergauf zum eigentlichen Highlight unseres Treks – dem heiligen Lake Brighu auf 4.270 Metern. Ein tolles Gefühl es mit dem eigenen Vater geschafft zu haben.

Danach ging es noch etwas auf der Höhe weiter mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Sechstausender bevor wir wieder zur Baumgrenze (die hier auf stark 3.000 Höhenmetern liegt) abgestiegen sind und dort unser Camp für die zweite Nacht aufgeschlagen haben.

Am dritten Tag ging es dann nur noch bergab, was zwar den Puls und die Atmung nicht mehr in die Höhe getrieben hat, aber umso mehr die Knie in Anspruch nahm. Mein Vater Martin hat auch diese Etappe, wie auch die Tage davor, trotz hoher Stufen und rutschiger/gerölliger Passagen ohne jegliche Probleme gemeistert. So sind alle unversehrt am Zielort des Tracks in Vashist angekommen. Dort entspringen heiße Schwefelquellen. Das Wasser war an diesem Tag aber so heiß, dass wir das Bad in den Quellen ausgelassen haben. Von dort ging es die letzten Kilometer mit einem Tuk-Tuk (dreirädrige Autorikscha) zurück zum Startort Manali.

Das Team

Neben Martin und mir waren noch zwei Israelische Frauen und unsere Reiseveranstalterin Sarah Appelt Teil der Wandergruppe. Begleitet und versorgt wurden wir von einer vierköpfigen Crew. Einem Bergführer, zwei Helfern und unserem Horseman. Jeder musste nur sein Tagesgepäck selbst tragen. Die Zelte und die Verpflegung/Austrüstung fürs Camp wurden auf die drei Pferde verteilt.

Die Crew verstand es mit einfachsten Mitteln im Camp ein wahres Festmahl zu zaubern. So gab es gleich bei Ankunft im jeweiligen Camp einen kleinen Snack mit Tee und zum Abendessen ein Mehrgängemenü mit Suppe, Hauptspeiße und Nachtisch. Und auch beim Frühstück war mit Omlette, Rührei, Pfannkuchen, Obstsalat, Müsli und Toast für alles gesorgt, was das Herz begehrt 🙂

 

Die Camps

Die Crew selbst hat die Nächte dann im Küchenzelt verbracht, während wir in kleinen Igluzelten untergebracht waren.

img_3886-4

Die Camps waren immer an einem kleinen Wasserlauf gelegen, so dass genug Wasser zum Kochen oder für eine kleine Katzenwäsche zur Verfügung stand.

Das Wetter

Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück. Es gab zwar immer Mal wieder Wolken, die in einer Nacht auch ein paar Regentropfen abgegeben haben. Aber im Großen und Ganzen hat die Sonne gescheint und wir hatten klare Sichtverhältnisse und konnten die Ausblicke zu den umliegenden Gipfeln genießen. In den Nächten wurde es vor allem in den frühen Morgenstunden mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt empfindlich kalt. So dass wir uns mit Mütze in unsere warmen Schlafsäcke vergraben haben.

Alles in Allem wirklich ein super Erlebnis. Wenn ihr auch einmal einen Trip in Indien plant, dann kann ich euch www.chalo-reisen.de nur wärmstens empfehlen. Jetzt sitzen wir gerade im Nachtbus von Manali nach Delhi, um am heutigen Tag dann den Taj Mahal in Agra zu besichtigen.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 7/8 und Finish :-)

Geschafft!! Marcus, mein Vater und ich sind wohlbehalten im Ziel in Dharamshala angekommen und haben es uns nach einer Woche im Zelt die letzte Nacht im Hotel so richtig gut gehen lassen.

Die Quintessenz: geniale Landschaften, top Trails, super Camps, viele neue Freundschaften aus aller Welt und ein hochmotiviertes Organisationsteam haben die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis verschmelzen lassen, das ich jedem fitten Mountainbiker nur wärmstens empfehlen kann.

Bevor wir es aber im Ziel bei der Finisherparty krachen lassen konnten, mussten noch Etappe 7 und 8 überwunden werden.

Etappe 7

img_3806-1

Auf der siebten Etappe führten 89km und über 2.100hm über verblockte Trails und einige Tragepassagen vorbei an einigen der schönsten Aussichten des gesamten Rennens.

Unter anderem sind wir am Startplatz eines weltweit bekannten Paragliding Hotspots vorbeigekommen, von dem aus auch schon Gleitschirm Worldcups gestartet sind.

Bei Marcus und mir lief es jeweils gut und wir konnten die Etappe so richtig genießen.

Das Camp war wieder wunderschön auf dem Sportgelände eines Landwirtschaft-Colleges am Fuße einiger Himalayariesen gelegen.

 

Etappe 8

img_3846

Die letzte Etappe war mit nur 56km zwar nicht besonders lang. Da die 1.740hm aber trotzdem untergebracht werden mussten ging es eigentlich nie eben, sondern entweder steil bergauf oder bergab. Vor allem der letzte Anstieg hat auf losem Geröll nochmals richtig Körner gekostet, so dass das Überqueren der letzten Ziellinie nochmals hart erkämpft werden musste. Erst einmal im Ziel angekommen sind natürlich alle Strapazen vergessen und man sonnt sich im Erreichten und einer monströsen Endorphindusche.

 

Nachdem wir uns letzte Nacht im Hotelbett so richtig erholt haben, geht es heute zu einer langen Autofahrt nach Manali von wo mein Vater und ich dann zu einem dreitägigen Treck durch die höheren Regionen des Himalaya aufbrechen werden. Nach all dem Trubel des Rennens freuen wir uns schon auf ein paar ruhigere Tage. Amina (Marcus Freundin) ist gestern auch angereist und die beiden werden auch noch ein paar Tage in den Bergen und Delhi anhängen.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 5/6

Etappe 5

Nach der Pannenserie bei Etappe 4 und dem anschließenden Reparaturmarathon war ich zuversichtlich, dass am Rad alles wieder in Ordnung ist und bin voller Elan in die fünfte Etappe gestartet, die über ultraheiße ~90km und ~2.200hm führte und wieder viele fahrtechnische Leckerbissen zu bieten hatte.

img_3791

Doch bereits am ersten Berg auf einem sehr groben Erdweg fing die Kette an zwischen den Gängen zu springen und ich konnte während der Fahrt nicht lokalisieren, woher das Problem kommt. Außerdem war der Kettenlauf ungewöhnlich laut. Egal…full speed ahead und ab in die erste schnelle Abfahrt des Tages, die relativ schnell von einem groben Schotterweg in einen Endurotrail überging.

Eine kurze Unachtsamkeit und es war passiert… mein Hinterreifen war auf einer scharfkantigen Steinplatte durchgeschlagen und der Druck im Reifen war dahin. Einige Pumpversuche später wurde mir klar, dass die Dichtmilch im Tubelessreifen den Defekt am Felgenhorn nicht würde abdichten können und ich musste einen Schlauch einziehen. Bei der Montage des Hinterrades im Rahmen zeigte sich das Schaltwerk weiter widerspenstig, aber es war für mich immer noch nicht erkennbar, was das eigentliche Problem war. So zog sich die Reparatur deutlich länger hin als gewöhnlich und mit etlichen Minuten Rückstand habe ich meinen ganzen Frust in die Aufholjagd kanalisiert, bei der ich mich aus dem hinteren Drittel des Feldes wieder in die vorderen Ränge vorarbeiten musste.

Auf einem ruhigeren Teilstück habe ich dann endlich realisiert, dass die Geräusche und das schlechte Schaltverhalten daher rühren, dass die Kette nicht auf dem unteren Schaltröllchen lief, sondern zwischen Schaltwerkskäfig und Schaltrolle. Das Problem ließ sich bei einem kurzen Stopp und mit wenigen Handgriffen beheben. Nur leider nicht dauerhaft. Nach jeder rumpligen Passage (und davon gab es in der Etappe sehr viele) musste wieder Hand angelegt werden. Umso glücklicher war ich, als ich auf dem letzten langen Anstieg des Tages alle direkten Konkurrenten um meinen achten Gesamtrang wieder einholen konnte und schlussendlich auch die Etappe auf Platz 8 beenden konnte. Bei Marcus lief es zum Glück ohne technische Probleme und er konnte mit einem super dritten Platz in der Masterswertung aufs Podium fahren.

img_3757
Hans Planckaert (Belgien – Masters Gesamtrang 1), Frederic Ischard (Frankreich – Herren Gesamtrang 9)

Das Camp war an diesem Tag auf dem Kricketfeld der Indischen IIT Eliteuniversität sehr schön gelegen und wir hatten nach einigen Tagen das erste Mal wieder „normale“ Toiletten und Duschen und die Siegerehrung fand in einem Vorlesungssaal statt 🙂

Im Ziel angekommen wurde dann das Schaltwerk einer genaueren Untersuchung unterzogen und festgestellt, dass bei der Aktion vom Vortag wohl doch mehr passiert war und eine Seite des Schaltwerkskäfigs komplett durchgebrochen war.

Zum Glück ist Marco von www.radlrasti.de wieder eingesprungen und hat mir ein gebrauchtes X9 Schaltwerk montiert. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich den defekten Mantel getauscht und wieder auf tubeless zurück gebaut, so dass technisch wirklich wieder alles im Lot war.

Etappe 6

Über Etappe 6 gibt es nicht viel zu sagen. Nach der extrem anstrengenden Etappe vom Vortag war es eine Wohltat, dass die 56km und ~1.500hm zu großen Teilen auf relativ gutem Asphalt zu absolvieren waren, so dass ich mit einem guten 20er Schnitt auch relativ früh im Ziel war. Landschaftlich war es mit super Ausblicken ein echtes Highlight. Das Rad lief zur Abwechslung wie eine eins uns hat mich zuverlässig und wie gewohnt auf Platz 8 im Ziel abgeliefert. Auch Marcus konnte an seine gute Leistung vom Vortag anknüpfen und bei den Masters auf Platz 4 finishen.

Das Camp ist heute wieder wunderschön an einem Fluss mit Fischzuchtbecken gelegen, so dass wir uns bereits auf frischen Fisch beim Abendessen freuen 🙂 Martin und ich haben nach der Erstversorgung im Ziel (Essen, Wäsche waschen, Fahrrad reinigen/warten, Duschen, Massieren lassen), auch noch einen Spaziergang unternommen und die Gegend erkundet. Martin war heute auch sehr früh im Ziel, da die Besuche der Schulen an der Strecke aufgrund eines lokalen Feiertages ausgefallen sind.

Der Veranstalter gibt wirklich immer alles, damit es einem in den Camps an nichts fehlt. Auf dem Bild kann man zum Beispiel im Hintergrund die kleinen grünen Toilettenzelte, das gelbe Waschzelt und im Vordergrund die Dampfstrahler zur Reinigung der Fahrräder sehen:

img_3790

Heute Abend werden wir auf jeden Fall früh ins Bett gehen, da morgen mit über 90km wieder eine sehr lange und anstrengende Etappe auf dem Programm steht bei der wir natürlich wieder alles geben 🙂 Und bei Martin stehen im Rahmen von „Mission Smile“ wieder einige Schulbesuche an.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 4 Pleiten, Pech und Pannen

Der Tag heute fing beim www.mtbhimalaya.com mit bestem Wetter und einem leckeren Indischen Frühstück mit Tschaitee wieder sehr vielversprechend an. Gut erholt vom gestrigen Ruhetag sind alle Teilnehmer mit Vollgas in den ersten Anstieg der heutigen Etappe gestartet, die mit ca. 80km und 2.000 Höhenmetern zu den eher einfacheren des Events gehört.

An die Höhe haben sich Marcus und ich in der Zwischenzeit auch ganz gut gewöhnt, so dass uns auch der Start auf über 2.200 Metern und der direkt folgende längere Anstieg nichts mehr anhaben konnten.

In der ersten längeren Abfahrt begann für mich aber leider eine Pannenserie, die mich heute noch einiges an Arbeit gekostet hat…

Auf einem rumpligen Karrenweg hat mich unvermittelt etwas am Bein getroffen. Ein kurzer Blick nach unten und es war klar, dass sich gerade meine Minipumpe verabschiedet hatte. Also schnell angehalten, den Berg wieder ein Stück nach oben gerannt und das gute Stück ins Trikot verfrachtet. Der Halter, mit dem sie unter dem Flaschenhalter am Rahmen befestigt war, hat wohl den letzten Tagen gröbstem Himalayagelände Tribut zollen müssen und ist abgebrochen. Wieder beim Fahrrad angekommen musste ich leider feststellen, dass sich auch der Verschluss der Satteltasche geöffnet hatte und Multitool, Ersatzschlauch und Reifenheber das Weite gesucht hatten – wiederauffinden leider zwecklos. Sich jetzt groß ärgern hätte sowieso nichts gebracht. Also schnell wieder aufs Rad und weiter ging der heiße Ritt.

img_3743

Einen weiteren Anstieg und eine schnelle Abfahrt später hatte ich mich dann wieder auf einen sehr guten 7. Platz vorgearbeitet und dachte eigentlich, dass es jetzt vollends gut ins Ziel läuft. Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Details – besser gesagt im Schaltauge… Dieses gab bei einem völlig unspektakulären Schaltvorgang kurz nach der Durchquerung einer Fuhrt plötzlich nach und das Schaltwerk hing nur noch an Kette und Schaltzug unmotiviert vom Rad herunter und wollte seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr nachkommen.

img_3726

Da sich mein Multitool ja schon auf der ersten Abfahrt verabschiedet hatte, stand ich der Misere ziemlich hilflos gegenüber. Mit einem funktionierenden Kettennieter hätte ich zumindest die Kette kürzen und das Rad zum Singlespeed umfunktionieren können, aber so war nichts mehr zu machen. Als auch die nächsten 3 Fahrer, die mich am Ort des Malheurs überholten, kein Kettenwerkzeug dabei hatten, habe ich schließlich mit Kabelbindern (die zum Glück noch in der Satteltasche zu finden waren) das Fiasko soweit am Rahmen befestigen können, dass ich zumindest weiterrollen konnte.

img_3720-3

Die letzten 15 Kilometer ins Ziel wurden damit zur echten Zerreißprobe für meine Nerven und meine Waden. Wenn es bergauf ging war laufen bzw. rennen angesagt und auf der Ebene wurde das Rad zum Tretroller. Ein Glück ging es ca. ein Drittel der verbleibenden Kilometer auch bergab, so dass ich den Zeitverlust schlussendlich in Grenzen halten konnte und auf Platz 11 bei den Herren ins Ziel gekommen bin.

img_3748-1

Im Ziel angekommen fing der Stress dann nochmal so richtig an, da die innenverlegte Schalthülle im Eifer des Gefechts so beschädigt wurde, dass diese erneuert werden musste. Da hierfür auch Kurbeln und Tretlager aus und wieder eingebaut werden mussten hat dies auch nochmal sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Vielen Dank an dieser Stelle auch ans Team von www.radlrasti.de, die beim Rennen die Werkstatt betreuen und mich und meinen Vater bei der Reparatur tatkräftig unterstützt haben! Bei Einbruch der Dunkelheit war dann alles wieder in Ordnung gebracht und der morgigen Etappe steht nichts mehr im Wege.

 

Der Geländewagen, in dem mein Vater heute wieder vier Schulen an der Strecke besucht hat, hat die heutige Etappe zu großen Teilen auf der Rennstrecke bezwungen. Eine echte Belastungsprobe für Mensch und Material, die er aber wieder mit Bravour bestanden hat!

img_3691

MTB Himalaya 2017 – Etappe 2/3 und Ruhetag

Die zweite Etappe des www.mtbhimalaya.com war ganz nach meinem Geschmack. Es ging deutlich mehr bergab als bergauf 🙂 Und der Veranstalter hat bei den Abfahrten wieder ein wahres Trailfeuerwerk gezündet.

img_3614

Am Ende sprang Platz 8 für mich heraus und Marcus konnte seinen 4. Platz in der Masterwertung verteidigen. An einer Stelle ging es 2000 Höhenmeter am Stück Nonstop bergab. Davon sicher auch 10km auf Singletrails vom allerfeinsten. Das Event kann ich jedem, der gerne richtig Mountainbike fährt und die Nächte auch im Zelt übersteht nur wärmstens ans Herz legen.

Das Lager war dieses Mal hinter einer Schule an einem schönen Bergbach gelegen, den wir im Ziel angekommen dann auch gleich zum „Duschen“ verwendet haben.

img_3651

Die dritte Etappe war mit 76,5km zwar nicht länger als die vorhergehenden – mit ca. 3000 Höhenmetern aber die Königsetappe bei der auch der 3.100 Höhenmeter hohe Jalori Pass bezwungen werden musste. Ich konnte mich wieder um einen Platz steigern und war mit einem Finish auf Platz 7 super zufrieden. Bei Marcus hat sich leider seine alte Knieverletzung bemerkbar gemacht und er musste einige Plätze einbüßen.

img_3658

Die Kombination aus vielen Höhenmetern, steilen Auffahrten und anspruchsvollen Trails im mittleren Teil des Rennens hat einigen Fahrern schwer zu schaffen gemacht. So dass einige erst nach Anbruch der Dunkelheit das Camp erreichten. Zu der Zeit waren Marcus und ich zum Glück schon geduscht, hatten gegessen, unsere Räder gewartet und unsere Radklamotten gewaschen. Langeweile kommt bei einem Etappenrennen ja nie wirklich auf. Da der Etappenort auf über 2200 Höhenmetern lag wurde es am Abend dann ziemlich kühl im Camp. In der Nacht hat die Temperatur auf Werte knapp über dem Gefrierpunkt abgekühlt.

img_3659

Da wir am Morgen des 4. Tages dank des anstehenden Ruhetages aber ausschlafen konnten, war es beim Frühstück schon wieder angenehm warm.

Am Ruhetag haben sich Marcus und ich meinem Vater angeschlossen und sind auf „Mission Smile“ gegangen. D.h. wir haben die Schule am Ort besucht und es wurden Hefte mit Infomaterial zu Umweltschutz, Hygiene, Mülltrennung und Radsport verteilt. Vorher sind die Schüler der Schule mit uns im Tross durch den Ort marschiert und haben in Sprechchören die Bewohner dafür sensibilisiert verantwortungsvoll mit ihrem Müll umzugehen und diesen nicht achtlos in die wunderschöne Landschaft des Himalaya zu entsorgen – quasi eine Werbeveranstaltung für die schwäbische Kehrwoche 😉

Im Anschluss daran waren im Hof der Schule noch Ansprachen des Veranstalters und die Schüler haben Tänze aufgeführt.

Die restliche Zeit haben wir uns im Camp unter anderem mit Schachspielen und einem Auftritt einer örtlichen Musik-/Tanzgruppe vertrieben.

 

Nach diesem sehr erholsamen und abwechslungsreichen Tag kann es morgen wieder Vollgas in die 4. Etappe gehen 🙂

MTB Himlaya 2017 – Prolog und erste Etappe

Gestern ist das www.mtbhimalaya.com mit einem kurzen aber knackigen Prolog durch die Innenstadt von Shimla gestartet. Gefahren wurde immer zu zweit im Duell auf dem kurvigen und hügeligen Kurs. Da es am Nachmittag leider geregnet hat, war der Kurs, der auch über etliche längere Treppenabschnitte führte, sehr rutschig, so dass Marcus und ich nur mit angezogener Handbremse durch die Innenstadt geflitzt sind, um kein Risiko einzugehen. Vor allem da der Prolog für das Gesamtergebnis irrelevant war. Eine Gaudi war diese Art von Etappe aber auf jeden Fall 🙂

Heute Morgen bin ich dann standesgemäß mit Indischem Frühstück in den Tag gestartet. Mal was anderes als Rennvorbereitung – bisher hat mein Magen es aber anstandslos mitgemacht.

img_3582
Indisches Frühstück

Danach sind Marcus und ich dann gemütlich zum Start gerollt.

Mein Vater hat den Tag mit ein paar anderen im Geländewagen auf sozialer Mission verbracht. Der Veranstalter hat ein Programm „Mission Smile“ ins Leben gerufen. Dabei werden Dorfschulen an der Strecke besucht und den Kindern Vorträge gehalten und Bücher und Hefte verteilt. Der Kontakt mit den Lehrern und Schülern hat Martin sehr gut gefallen, so dass er sich morgen gleich wieder dieser Gruppe anschließen wird.

Die Strecke der ersten Etappe sah auf den ersten Blick eigentlich relativ harmlos aus, da „nur“ knapp 70km und 1680 Höhenmeter auf dem Plan standen:

img_3608
Höhenprofil Tag 1

Eines wurde mir aber schon auf den ersten paar Metern bergab klar…mit einem MTB Marathon in Deutschland haben die Trails hier nicht viel gemein. Da bei weniger als 100 Startern auch auf schmalen Pfaden keine größeren Staus zu befürchten sind, ließ uns der Veranstalter über schmalste Trails und technische/verblockte Abfahrten gen Tal rauschen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich bergab nicht zimperlich bin. Aber hier habe selbst ich das ein oder andere Mal bei großen Absätzen oder total verblockten Passagen das Rad getragen statt zu fahren. Mountainbiking at its best!

img_3611
Verschnaufpause auf entspanntem Terrain

Nachdem ich auf den Bergabpassagen einige Plätze gut machen konnte und zwischenzeitlich um Platz 5-7 in der Gesamtwertung unterwegs war, haben mich auf dem letzten 15km langen Anstieg ins Ziel noch ein paar Bergspezialisten überholt, so dass im Ziel dann Platz 9 zu Buche stand. Ein Ergebnis, mit dem ich in Anbetracht der starken Konkurrenz super zufrieden bin und auf das ich in den nächsten Tagen aufbauen kann. Was sowohl mir als auch Marcus ganz schön zu schaffen gemacht hat war die Höhe. Der Puls ist bei gleicher Leistung sicher 10-20 Schläge höher als zu Hause im Flachland.

Marcus hat es deshalb auch etwas ruhiger angehen lassen und ist mit etwas Rückstand auf mich ins Ziel gekommen. In der Masterwertung aber trotzdem noch mit der Option die nächsten Tage noch um Platzierungen zu fighten 🙂

Im Ziel angekommen war die Zeltstadt bereits aufgebaut und es gab wieder leckeres Indisches Essen, um die leeren Speicher wieder aufzufüllen.

img_3603
Zeltstadt

Den Abend haben wir dann mit einem zweiten Gang beim Essen gemütlich am Lagerfeuer und bei der Siegerehrung ausklingen lassen. So kann es unser Indienabenteuer gerne weitergehen 🙂

img_3610
Essen am Lagerfeuer